Zur Presbyteriumswahl

 

Das Presbyterium hat sich intensiv bemüht, ausreichend Kandidat/innen für die kommende Wahl zu finden. 14 geeignete Gemeindeglieder wurde gesucht, 13 Kandidat/innen konnten gefunden werden.  Der Kreissynodalvorstand hat entschieden, dass das Wahlverfahren nicht angehalten wird. Die aufgestellten Kandidat/innen gelten somit als gewählt. Damit sind im künftigen Presbyterium: 

Frau Baumann, Ingrid Flammersfeld;

Frau Bay, Tatjana Strickhausen;

Herr Dahm, Klaus Kescheid;

Frau Diels, Beate Eichen;

Herr Grimpe, Sebastian Flammersfeld;

Frau Hickmann, Irmhild Eichen;

Herr Lobitz, Edgar Flammersfeld;

Frau Oschatz, Heike Schürdt;

Herr Pick, Manfred Flammersfeld;

Frau Saynisch, Clarissa Schürdt;

Frau Schumann, Elke Reiferscheid/Krämgen;

Herr Schumann, Werner Rott;

Herr Seifen, Paul Flammersfeld.


Außerdem als Kandidatin für die wählbaren beruflich Mitarbeitenden der Kirchengemeinde

Frau Breitenbach, Renate Kescheid.




 

Pfarrerin Silvia Schaake und Pfarrer Thomas Rössler-Schaake wechseln zum

1. Februar 2019 in die Ev. Kirchengemeinde Wolfersweiler in den Kirchenkreis Obere Nahe – ein Rückblick


Vor knapp zwanzig Jahren kamen wir im April 2000 mit unseren vier Kindern nach Flammersfeld. Unsere Tochter Miriam war damals drei Jahre alt. Unter zweiundvierzig Bewerber/innen auf die Pfarrstelle hatte man uns gewählt. Für uns war es damals wichtig, in eine Kirchengemeinde zu kommen, die uns  vielfältige Arbeitsmöglichkeiten bot. Wir sprachen es schon beim Bewerbungsgespräch an: Wir beide würde irgendwann gemeinsam die Kirchengemeinde betreuen und uns gern die Pfarrstelle teilen. Pfarrerin Silke Scheu war unsere Vorgängerin  
 und hatte in vielen Bereichen beständiges Engagement geweckt. So fanden wir einen Bibelgesprächskreis vor, das Engagement der Kleiderstube oder auch eine aktive Theaterspielgemeinschaft, die aus der Kirchengemeinde hervorgegangen war.    Vieles konnten wir weiterführen. Die Gemeindesekretärin Renate Breitenbach war uns in der Einarbeitungszeit und darüber hinaus eine großartige Hilfe. Selbst unser etwas eigenartiger Kater „Vito“ verliebte sich in sie, setzte sich gern auf ihren Schreibtischstuhl und wich auch nicht, wenn Renate diesen in Benutzung nehmen wollte. Gemeinsam mit uns begann auch der Küster Uwe Ackermann seinen Dienst. Bald wurden wir ein eingespieltes Team, das vertrauensvoll zusammenarbeiten konnte. Selbst gefährliche Aufgaben wie die Reinigung des Kirchturms von außen (!!!!) übernahm er.    Der damalige Kirchmeister, Karl Ewald Müller, sprach es schon im Bewerbungsgespräch an: „Denkt daran, ihr sollt hier in Flammersfeld leben. Das Pfarrhaus ist das Zentrum der Gemeinde. Hier sollen die Menschen hinkommen können und Hilfe finden.“  Diese Aufforderung blieb uns bis zuletzt wichtig. Sie war für uns eine der wichtigen Voraussetzungen für unsere Arbeit hier.    Ich (Silvia Schaake) übernahm die Frauenhilfsarbeit, wobei mir von den Frauen von Anfang an ganz viel Vertrauen entgegen gebracht wurde. In den Anfangsjahren kamen bis zu 80 Frauen zu den Frauenhilfstreffen im Winterhalbjahr.  Auch konnte ich auf eine jahrelange  Kindergottesdienstarbeit zurückgreifen und diese von Margarete Maurer übernehmen. Schön und wichtig war, dass die damaligen sehr engagierten Helfer/innen weiterhin mitarbeiten konnten: Christina Küppers, Heike Kuchhäuser und Jörg Dinkelbach sorgten für Kontinuität.    Wichtig wurde aber bald, dass auch die  musikalische Gestaltung der Gottesdienste ergänzt werden sollte. So konnte ein Singkreis aufgebaut werden, der in erster Linie eine Gemeindegruppe sein sollte, in der wir Spaß und Freude aneinander haben sollten. 20 Jahre hat der Singkreis nun Bestand und mit etwas Wehmut denke ich (Thomas Rössler-Schaake) an die vielen guten Momente zurück - auch an die gemeinsamen Grillabende, die Marita Seifen vorbereitete.    Gleichzeitig konnte die Arbeit mit der Jugendband begonnen werden, die ebenfalls Gottesdienste mitgestaltete. Einige der damaligen Bandmitglieder sind noch heute mit dabei.... wer hätte das gedacht. Auch unsere Kinder nahmen zeitweise an der Bandarbeit teil.  Sehr gut war die Zusammenarbeit mit unserem Organisten Friedel Enders, der zuverlässig und mit Liebe die Gottesdienste an der Orgel mitgestaltete. Gut, dass wir mit Werner Buchner und Irina Hermann engagierte Nachfolger finden konnten.  Die Arbeit in unserer Kirchengemeinde wurden von vielen Seiten unterstützt. Um nur einige zu nennen: So half uns der Verwaltungsamtsleiter Paul Seifen bei der Erledigung der Verwaltungsarbeiten, wobei er sein Wissen nie als „Herrschaftsinstrument“ einsetzte, sondern als eine Hilfe, Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Die späteren Kirchmeister Fritz Zeiler und Beate Diels standen uns immer beratend und helfend zur Seite und engagierten sich in den unterschiedlichsten Bereichen der Gemeindearbeit.  Unvergesslich ist uns auch das Engagement der vielen, die im Bereich der Küsterarbeit unermüdlich dabei waren: Erika Bassista, die oft den Durchblick hatte, Renate Bruch, die uns aus so mancher notvollen Situation heraushalf und Dorothea  Franke, die mit Herz und Hand bis jetzt ihre Aufgaben versieht.    Im diakonischen Bereich fiel uns so manche Arbeit vor die Füße: Bald nach unserem Amtsantritt kamen die sogenannten Kontingentflüchtlinge nach Flammersfeld.  Jüdische Flüchtlinge aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion wurden in „Haus Duhr“ untergebracht. Wir knüpften Kontakt und konnten gemeinsam mit Gemeindegliedern nach Koblenz fahren, um dort einzukaufen und die dortige Synagoge besuchen.    Inzwischen war auch ein Diakoniekreis gegründet. Er traf sich regelmäßig, um das diakonische Engagement zu koordinieren und selbst aktiv zu werden. So wurde ein Teestubenkreis aufgebaut, der insbesondere von Frauen aus  den Staaten der früheren Sowjetunion besucht wurde. Auch der Rollstuhlschiebedienst und Besuchskreis wurden fortgeführt und in den Altenheimen Gottesdienste gehalten.   Bis heute werden z.B. Lebensmitteltüten in der Weihnachtszeit gepackt.    Eines Tages hieß es im Gemeindehaus „Land unter“. Es stellte sich heraus, dass im unterem Bereich die Heizungsrohre erneuert werden mussten. Groß angelegte Renovierungsarbeiten wurden notwendig. Seitdem ist im Ev. Gemeindehaus vieles erneuert worden: Die Isolierung wurde eingebaut, der Raum unten neu gestaltet und eine Toilette für Menschen mit Handicap eingerichtet.  2005 reisten wir zusammen mit Eckhard und Marein Osten-Sacken das erste Mal nach Taizé. Bald darauf waren wir mit den ersten Jugendlichen unterwegs. Inzwischen sind wir 15 Mal mit Jugendgruppen in Taizé gewesen. Jede Fahrt hatte ihren eigenen Charakter. Dabei denken wir an die  vielen guten Gespräche, an die Taizégebete und die gemeinsam erlebte Spiritualität. Eckhard und Marein Osten-Sacken blieben unsere vertrauten Freunde. Eckhard, der in unserer Schulzeit in Hilden unser Lehrer war, wurde Prädikant in unserer Kirchengemeinde. Gemeinsam konnten wir nicht nur den Bereich des jüdisch-christlichen Dialogs besprechen und gestalten, er übernahm auch viele Gottesdienste, was uns sehr entlastete.    Ab 2006 teilten wir uns die Pfarrstelle, da nun unsere Kinder Jonathan, Benjamin, Rahel und Miriam selbständiger geworden waren. Seit 2010  arbeitete ich,  Pfarrer Thomas Rössler-Schaake, mit unterschiedlichem Stundenumfang an der Integrierten Gesamtschule in Hamm. Hintergrund war jeweils die Bitte des Schulreferenten, den Schuldienst zu übernehmen, da sonst der Religionsunterricht ausgefallen wäre.    Als im Jahr 2015 Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Kossowo, Albanien und Iran in Flammersfeld einquartiert wurden, suchte die Kirchengemeinde Kontakt. Sie öffnete das Ev. Gemeindehaus für Deutsch-Sprachkurse, die die neu gegründete Flüchtlingshilfe anbot. Ein Café für Geflüchtete und alle Helfer/innen konnte regelmäßig im Ev. Gemeindehaus angeboten werden. Das Diakonische Werk Altenkirchen unterstütze mit Beratungsangeboten. Viel der Flüchtlinge nahmen am Taufunterricht teil und ließen sich taufen. Die Lesungen im Gottesdienst wurden nun auch schon mal in Farsi oder Englisch gehalten. Die Geflüchteten bereichern bis jetzt unsere Gemeindearbeit.    In der Kindergottesdienstarbeit erlebten wir in diesen 19 Jahren, dass immer wieder neue Kinder am Kindergottesdienst kontinuierlich und mit Freude teilnahmen.  In der Weihnachtszeit waren  meist vierzig Kinder dabei, die sich dann auch engagiert beim alljährlichen Krippenspiel beteiligten. Die Adventsfenster-Aktion, durch Rolf und Christina Küppers ins Leben gerufen, wurde zum    Anziehungspunkt für viele Kinder. Seit drei Jahren arbeiten die Kindergottesdienstmitarbeiter/innen in wechselnden Teams mit großem Engagement und gutem Erfolg. 

Die steigende Anzahl hochaltriger Menschen in unserer Kirchengemeinde, machte es nötig, nach neuen Formen für die Geburtstagsbesuche zu suchen. In einem Besuchskreis fanden sich 10 Damen zusammen, die mit viel Interesse an seelsorglichen Fragen die Gemeindeglieder besuchen und ein offenes Ohr für alle Probleme haben. Einmal im Monat wurden die Besuche mit mir (Silvia Schaake) supervisorisch besprochen.    Es wären sicher noch viele weitere wertvolle Erfahrungen gemeinsamen Engagements zu nennen, z.B. die Vorbereitung und Durchführung der Fahrten des Seniorenkreises und die Durchführung desselben durch Karl-Ewald und Helga Müller oder Willi Holzapfel.   Wir bitten um Verständnis, dass hier nicht alles seinen gebührenden Platz finden konnte.    Zu den weniger guten Momenten gehörten für uns immer die Briefe der Verbandsgemeinde, die uns einen Kirchenaustritt mitteilten. Glauben Sie uns bitte: Jeder Austritt tat weh. Insgesamt waren es in den 20 Jahren ca. 200 Austritte. Darunter waren auch sechs ehemalige Konfirmand/innen, mit denen wir zwei Jahre gemeinsamen Unterricht verbracht hatten.  Auch traten einige ehemalige Gemeindeglieder aus, die wir seelsorglich betreut hatten, wenn ein Angehöriger verstorben war. In diesen Fällen mussten wir manches Mal schlucken, auch wenn uns bei Gesprächen mitgeteilt wurde, der Austritt hätte nichts mit uns zu tun, sondern rein finanzielle Gründe gehabt. In den vergangenen 20 Jahren sank die Anzahl der Gemeindeglieder von 2400 auf ca. 2100.    Bis 2025 muss in unserer Region die Anzahl der Pfarrstellen von drei auf 2 ½ Stellen reduziert werden. Dies ist letztlich der Anlass, dass wir uns eine neue Stelle gesucht haben. Wir können unseren Dienst ab dem 1. Februar 2020 in der Ev. Kirchengemeinde Wolfersweiler fortsetzen. Die Kirchengemeinde liegt ebenfalls im ländlichen Bereich an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland und damit in dem Kirchenkreis, in dem wir von 1994-2000 bereits tätig waren. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns einmal besuchen würden und wünschen der Ev. Kirchengemeinde Flammersfeld Gottes Segen für den Auftrag, auch weiterhin für die Menschen vor Ort und weltweit hilfreich da zu sein.  


 Ihre Pfarrerin Silvia Schaake und Pfarrer Thomas Rössler-Schaake